Das Projekt Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst wird im Turnus von zwei Jahren in wechselnden Bundesländern ausgeschrieben. Der Projektzeitraum erstreckt sich über mindestens sechs Monate, beginnend im März.
Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst fand 2009 als Pilotprojekt in drei Dörfern in Mecklenburg-Vorpommern statt. 2011 stehen fünf kleine ländliche Gemeinden im landwirtschaftlich geprägten Flächenland Niedersachsen im Mittelpunkt des Geschehens.
Auswahlkriterien Dörfer
Für die Bewerbung als „Kunstdorf“ setzen wir neben der Zugehörigkeit zum jeweiligen Bundesland eine Einwohnerzahl von unter 3000 sowie einen Gemeinderatsbeschluss voraus.
Aus der Bewerbung sollte hervorgehen, welche kulturellen und sozialen Aktivitäten im Dorf aktuell stattfinden. Von besonderem Interesse für uns ist die konkrete Motivation der Bewerber wie auch die Form der geplanten Bürgerbeteiligung. Dabei können mögliche thematische Schwerpunkte für eine künstlerische Auseinandersetzung, die für das Dorf von besonderer Bedeutung sind, ebenfalls benannt werden. Das „Kunstdorf“ muss dem Künstler für die Dauer seines Aufenthalts eine geeignete Unterkunft und ein Atelier mietfrei zur Verfügung stellen.
Bei der Auswahl der Gemeinden streben wir eine regionale Ausgewogenheit unter Berücksichtigung der in einem Bundesland vorhandenen bzw. für dieses charakteristischen landschaftlichen und strukturellen Vielfalt an.
Die Dörfer verpflichten sich zum kontinuierlichen Dialog mit dem Künstler und zur Unterstützung seiner Arbeit. Die die entstandenen Kunstwerke sollen nach dem Projektabschluss möglichst am konzeptionell vorgesehenen Platz belassen werden und öffentlich zugänglich sein.
Auswahlkriterien Künstler
Unsere Ausschreibung richtet sich an erfahrene professionelle Bildende Künstlerinnen und Künstler mit abgeschlossener akademischer Ausbildung, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben.
Ziel ist die Durchführung eines gemeinschaftsorientierten und konkret ortsbezogenen Kunstprojektes. Dabei legen wir besonderen Wert auf eine ergebnisoffene, prozessorientierte Herangehensweise.
Die Bewerber müssen neben der künstlerischen Qualität ihrer bisherigen Arbeit belegen, dass sie bereit sind, die Dorfgemeinschaft in die Vorbereitungs- und Umsetzungsphase mit einzubeziehen. Wir erwarten dafür eine regelmäßige Anwesenheit vor Ort, eine ständige Residenzpflicht besteht jedoch nicht.
Auswahlverfahren
Die Akteure von Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst werden im offenen Wettbewerb durch zwei unterschiedlich besetzte Fachjurys ermittelt. Die Auswahl der Dörfer wird von den Mitgliedern dieses Gremiums endgültig festgelegt.
Die Ermittlung der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler erfolgt dagegen in einem zweistufigen Verfahren. Zunächst nominiert die Jury bis zu fünfzehn Bewerberinnen und Bewerber für die zweite Runde. Diese stellen sich mit ihren Arbeiten dann im Rahmen eines Auftaktforums den Vertretern der ausgewählten Gemeinden vor. Die endgültige Entscheidung für eine oder einen von ihnen liegt bei der jeweiligen Gemeinde.
Jury zur Auswahl der Künstler am 2. Dezember 2010:
v.l.n.r. Dr. Christoph Vitali, Bettina v. Dziembowski, Stephanie Egerland-Rau, Prof. Dr. Kornelia von Berswordt-Wallrabe, Martin Köttering, Prof. Thomas Wagner
(Foto: T. Heitmann)
Pressemitteilung 19. Januar 2011
Finanzielle Förderung
Die Deutsche Stiftung Kulturlandschaft fördert jeden Künstler mit 20.000 EUR brutto. Darin sind die Kosten für die Lebenshaltung sowie sämtliche im Rahmen der künstlerischen Arbeit vor Ort anfallenden Kosten inbegriffen.
Verlauf des Projekts in Niedersachsen 2011
bis 01.10.2010
Bewerbungsphase
10.11.2010
Sitzung der Gemeindejury im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Hannover: Auswahl der Dörfer unter 31 Bewerbungen
02.12.2010
Beratung der Künstlerjury in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in Berlin; Nominierung von 10 Künstlerinnen und Künstlern aus 106 Bewerbungen
17.01.2011
Auftaktforum im Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung in Hannover; Entscheidung der Gemeinden für „ihren“ Künstler
März 2011
Die Künstlerinnen und Künstler beziehen ihr Quartier in den Dörfern
23.06.2011
Projektpräsentation im Rahmen der „2. Berliner Stiftungswoche“ in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund (Einlass ab 18.00 Uhr)











