Rückblick 2009

„Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ fand erstmals 2009 in drei Dörfern Mecklenburg-Vorpommerns statt. Planung, Hintergründe und Verlauf des Projekts schildert unsere 40seitige Dokumentation, die hier zum Download bereitsteht:

Unmittelbare Eindrücke und Erfahrungen aus dem Projekt 2009 in Mecklenburg-Vorpommern schilderten die Beteiligten in ihrem Blog  www.landschafft.info/blog.

 

In Grambow (Landkreis Nordwestmecklenburg) entwickelte die „Reinigungsgesellschaft“ (Martin Keil und Henrik Mayer) aus Dresden ein „Leitsystem zum Neuen – Grambow 2057“. Ein Schilderwald im Zentrum des Dorfes verbildlicht die Ergebnisse einer Befragung der Bewohner zur Verbesserung der Lebensbedingungen im Ort.

Die während des Projektes entwickelten Ideen und Diskussionen zum zukünftigen Zusammenleben in Grambow haben eine nachhaltige Wirkung entfaltet:

Bis heute erscheint monatlich die dorfeigene Zeitung „Der Moorbote“. Voraussichtlich im Mai 2011 wird sich – nach dem positiven Ergebnis einer EU-geförderten Machbarkeitsstudie – ein Verein zur Einrichtung eines Dorfladens gründen. Ein Biogärtner, der sich vor kurzem im Ort angesiedelt hat, möchte seine Produkte dort zum Verkauf anbieten. Auch eine kleine Bücherei wurde mittlerweile eröffnet. Seit April 2010 ist das Dorf– als eines der ersten in Mecklenburg – an das Breitbandkabelnetz angeschlossen. Schließlich möchte Grambow in Zukunft als „Bioenergiedorf“ seinen Strom selbst vor Ort erzeugen.

 

Der Berliner Künstler Rolf Wicker eröffnete in Lelkendorf (Landkreis Güstrow) im vom Abbruch bedrohten Pförtnerhäuschen des ehemaligen Kreisbetriebs für Landtechnik die nicht begehbare „Temporäre Kunsthalle Lelkendorf“. Sieben Künstlerinnen und Künstler wurden während des Projektes von ihm eingeladen, dort ihre Werke zu präsentieren. Die „kleinste Kunsthalle der Welt“ existiert heute noch und wird weiterhin als Ausstellungsort im Rahmen des alljährlichen Bildhauersymposiums genutzt. Darüber hinaus errichtete Wicker im Dorf fünf „Beobachtungsstände“, die auf den ersten Blick aufgrund ihrer perfekten optischen Einfügung in das räumliche Umfeld nicht zu erkennen sind. Sie laden den Passanten zum Verweilen ein und eröffnen durch die eingefügten Sehschlitze neue Perspektiven auf die vertraute Umgebung. In ihrem Innern ist ein Heft ausgelegt, das Eindrücke von der damaligen Zeit vermittelt. Der Künstler und seine Frau besitzen mittlerweile ein eigenes Haus in Lelkendorf, das sie als Atelier nutzen. Die Gemeinde Lelkendorf verfolgt mit Interesse das Geschehen im Rahmen des neuen Kunstprojekts in Niedersachsen.

In Ferdinandshof (Landkreis Uecker-Randow) stellte die aus Düsseldorf stammende Leni Hoffmann in ihren temporären Installationen „kort und wiet“ (nah und fern) großformatige Fotografien, die sie auf Fernreisen aufgenommen hatte, in Beziehung zu Aufnahmen aus der unmittelbaren Umgebung des Ortes. Zum Abschluss ihres Arbeitsaufenthaltes realisierte sie die dauerhaften Kunstprojekte „simson“ (Holz, Findlinge,Aluminium) und „lakritze“(Steinzeug in Asphalt).

 

 

Website des Amtes Mecklenburgische Schweiz, Gemeinde Lelkendorf
Website der Gemeinde Ferdinandshof